Dresden: Die Waldschlösschenbrücke. (Foto: M. B.)
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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Kerstin Hübsch, Eva Mahn und Katrin Busching gestalten Stoba-Jahreskalender 2018

Nachdem im Stoba-Kalender »Schau-Stücke« des Jahres 2017 eine Reihe von irritierend raffinierten Schwarz-Weiß-Fotonegativen des preisgekrönten Fotokünstlers Thomas Bachler präsentiert wurde, zeigt die 2018er Ausgabe unter dem Titel »Unwirklich – Wirklich« eine Serie von prall farbigen, phantasievollen Figurinen-Ensembles, die von der Bühnenbildnerin Katrin Busching und der Fotografin Eva Mahn inszeniert und fotografiert wurden.

Wirklichkeit kann unwirklich sein, und Unwirkliches gehört zur Wirklichkeit. Das Spiel der Farben, Formen und Ornamente in den Bildern der beiden Künstlerinnen hebt Trennlinien auf: Eva Mahn als Fotografin und Katrin Busching als Kostümbildnerin verlassen die nützlichkeits- und anwendungsbezogenen Aspekte ihrer Arbeit und erschaffen gemeinsam eine unwirklich scheinende, ganz reale Welt aus Bühne, Bild und Kostüm, eine irritierend wirkende Verlockung aus leuchtstarken Mustern und raffinierten Arrangements.
Unterstützung erhielt Stoba für den großformatigen Kalender wieder von der Grafikerin Kerstin Hübsch (Grundsatz. Büro für Grafikdesign), die für Layout, Gestaltung, Schrift- und Papierauswahl und Satz sorgte.

Auch für den Kalender des Jahres 2018 hat sich Stoba-Druck einer besonderen Herausforderung gestellt. »Unwirkliches« aus der virtuellen Datenwelt wirklich werden lassen, in dem es auf Papier zur visuellen und haptischen Realität wird, das ist jeden Tag neu Aufgabe der Druckerei. Im Gegensatz zum Kalender 2017 sind diesmal leuchtende und intensive Farben angesagt. Stoba-Druck stellt sich dieser Situation mit ausgeklügelten speziellen Verfahren, denn eine normale, streng die Vorgaben des ProzessStandard Offsetdruck und damit den Vorgaben der ISO-Norm 12647 folgende Reproduktion wäre der Ästhetik dieser Fotos nicht gerecht geworden. Nur die perfekte Beherrschung aller technologischen Schritte einschließlich des Einsatzes der Überwachungssoftware print-io.de machen zunächst unwirklich erscheinende Umsetzungen möglich. Eine intensive Farbskala und eine besonders optimierte Färbung führen zu einer Vergrößerung des Farbraumes. Durch den Einsatz der Staccato-FM-Rastertechnologie wird eine Bildwiedergabe verwirklicht, die der Fotografie nahekommt. Die normalerweise genutzte autotypische Rasterung hätte die feinen Stoffstrukturen zerstört. Die Drippoff-Lackierung unterstützt die Umsetzung hochqualitativer Ansprüche in die Wirklichkeit.

Der Jahreskalender von Stoba-Druck dient der Firma und den Beteiligten zur Kundenpflege und Auftragsakquise; er soll das brillante Leistungsvermögen aller drei Partner unter Beweis stellen.
»Künstlerisch gesehen«, so Stoba-Geschäftsführer Roland Stolle, »soll jedes Mal etwas Besonderes entstehen, das anderweitig nicht hätte zustande kommen können.«

Quelle: Stoba Druck / Mathias Bäumel

Weitere Informationen:
GF Roland Stolle
Stoba-Druck GmbH
Am Mart 16
01561 Lampertswalde

Tel. 035248/81468
Fax. 035248/81469
E-Mail: Roland Stolle stolle@stoba-druck.de


Freitag, 8. Dezember 2017

»Otto oder der falsche Prinz« – Eine Vorlesegeschichte für Klein und Groß

Ein anregendes, interessantes und liebevoll gestaltetes Buch gleichermaßen für Klein und Groß ist soeben im Andre-Buch-Verlag Halblech erschienen: »Otto oder der falsche Prinz«. Geschrieben hat es Doro Meyer, einstmals Mitarbeiterin des DEFA-Trickfilmstudios Dresden, wundervolle farbige Zeichnungen hat Juliane Uebe beigetragen.

Das Buch erzählt die Geschichte von einem kleinen Frosch, der nicht nur die menschliche Sprache beherrscht, sondern auch ein Übermaß an Phantasie besitzt. Das bringt ihn und sogar sonst so vernünftige erwachsene Menschen in verwirrende Situationen. Aber aus einem traurigen Ende kann durchaus ein guter Anfang werden. Ein Mut-mach-Buch für alle.

Der Verlag wirbt mit folgenden Formulierungen: »Eine Vorlesegeschichte mit froschgrünen und semmelwarmen Bildern, die zu klären versucht, ob der prächtige Frosch Otto nicht vielleicht doch ein verwunschener Prinz ist und wie aus traurigen Brötchen fröhliche werden können.«

M. B.

Doro Meyer: »Otto oder der falsche Prinz«, Andre-Buch-Verlag Halblech 2017
ISBN 978-3-942469-45-6, 44 S., 11,11 Euro


Das Buch kann in Dresdner Buchläden gekauft oder über den Verlag bestellt werden.

AndreBuchVerlag
Greith 8
87642 Halblech
Telefon: +49 8368 9134911


Mittwoch, 27. September 2017

Rockband Omega in Dresden – am 2. Oktober klingend. – Und auch im Buch gedruckt!

Sie gilt als die ungarischen Rolling Stones – die aus Budapest kommende Rockband Omega. Das ist stilistisch gesehen sicher nicht ganz richtig – die Stones wurzeln im Blues, Omega, von den allerfrühesten Anfangszeiten abgesehen, eher an europäischen, Klassikmusik-geprägten Hard- und Art-Rock –, aber historisch gesehen wird der Vergleich schon stimmig: beide Bands sind Methusalems und immer noch aktiv. Das Konzert am 23. September 1962 im Universitätsklub der Technischen Hochschule (heute längst Universität) Budapest gilt als das Gründungsereignis für Omega, während das Konzert im Marquee-Klub am 12. Juli 1962 die Geburt der Rolling Stones markiert.
Die ungarische Rockband feiert nun mit einer Jubiläumstournee ihren 55. Geburtstag, am 2. Oktober 2017 gibt es im Dresdner Kulturpalast ein – mittlerweile ausverkauftes – Konzert.

Wer ein Ticket ergattert hat und sich mental auf das Konzert vorbereiten will oder wer beim Ticketkauf leer ausgegangen ist und nun sich wenigstens »ersatzmäßig« mit Omega beschäftigen möchte, dem kann geholfen werden. Die Broschüre »Wiederentdeckt! Verborgene Schätze der Ostrockgeschichte« (Verlag der Kunstagentur Dresden) stellt einige Rockbands aus ostmitteleuropäischen Ländern der Siebzigerjahre mit deren bedeutendsten LPs vor, darunter auch Omega.
Dieses von Mathias Bäumel geschriebene Büchlein ist zwar beim Verlag vergriffen, jedoch sind im Dresdner Sweetwater Record Store (Friedrich-Wieck-Str. 4) und im benachbarten Buchhaus Loschwitz (Friedrich-Wieck-Str. 6) noch einige Restexemplare vorhanden.

(Bild oben: CD zum 55. Geburtstag der Band, produziert von János Kóbor & András Trunkos; Hunnia Records 2017. Der Titel heißt auf deutsch »Es war einmal ein wilder Osten«.)

MB

Freitag, 2. Dezember 2016

Dresdner »Othello« legt falsche Spur

Theater in Dresden. Die Geschichte von Othello, dem »Mohr von Venedig« ... Wie Shakespeare sie angelegt hat (und da hat es zwischen den Textversionen der beiden Original-Erstdrucke schon Unterschiede gegeben), ist das eine. Das andere ist, ob heutige Inszenierungen den Shakespeare-Intentionen eins zu eins folgen sollten.

Die vom Intriganten Jago losgetretene und befeuerte Maschinerie aus lodernder Eifersucht, raffinierten Ränkespielen und erschütternden Toden hat ihren Anlass nicht darin, dass Othello dunkelhäutig ist, hat ihre Ursache nicht in dem, was wir heute »Rassismus« nennen. Nein, Jago würde seinen eigenen Vorteil bis zur letzten Konsequenz auch suchen, wenn ihm jeder beliebige andere Venezianer im Wege stünde. Insofern ist dieses Theaterstück eines, das in bedrohlicher und atemberaubender Weise zeigt, wie sich kleine, hinterlistige Leute, die über keinerlei Wissen und Fähigkeiten außer denen der Intrige und der Bösartigkeit verfügen, nach oben arbeiten (wollen). Hierin liegt auch die Aktualität des »Othello«.

Dass diese Dresdner Inszenierung des Isländers Thorleifur Örn Arnarsson nun, zeitgeist-üblich, die politisch korrekte Karte des Anti-Rassismus zu spielen versucht, verwässert die Essenz dieses Dramas. Allenfalls kann mit dem Rassismus des Senators Brabantino erklärt werden, dass Othello nach Zypern abkommandiert wird – wenn man, sehr zweifelhaft, unterstellt, ein einzelner Senator könne den Einsatzort eines Generals bestimmen.

Doch damit wird eine falsche Spur gelegt. Zypern stehe bei Shakespeare, so der Anglist Bernhard Klein auf der Webseite des Staatsschauspiels, für jenen »Schwellenort«, an dem die Konfrontation zwischen West und Ost, zwischen Christentum und Islam, oder grundsätzlicher: zwischen Zivilisation und Barbarei, ausgefochten werden solle. Aber: Um all diese »Konfrontationen« und abstrus verstandenen Begriffe geht es an keiner Stelle des »Othello«-Stückes. So steht die Frage, welche Religionen die handelnden Figuren haben, überhaupt nicht. Und auch nicht, welche Werte mit den Begriffen Ost und West, Christentum und Islam, transportiert werden (sollen).

Die Dramatik des Stückes speist sich einzig und allein aus dem zerstörerischen und folgenreichen Kampf der Barbaren (hier Jago) und deren manchmal ahnungslosen Helfershelfer. Es wird klar, dass der Zustand unserer Zivilisation, wie wir sie in ihrer beklagten Unvollkommenheit und all ihrem Elend vorfinden, kaum einem Brabantino, sondern vor allem den Jagos zu verdanken ist, die uns überall umgeben und deren Einflüssen kaum jemand entrinnen kann. Das ist die wahre Barbarei.

Dies verschleiert zu haben, ist der Inszenierung von Thorleifur Örn Arnarsson ganz gut gelungen. Da ist es schon fast unwichtig, dass der Dresdner »Othello« teils mit brillanten schauspielerischen Leistungen, teils mit einem ausstatterischen Mummenschanz aufwartet.

»Othello«, Staatsschauspiel Dresden, Regie: Thorleifur Örn Arnarsson

Mittwoch, 2. November 2016

KAMA wine & spirit(s) gibt Orientierung im Wein-»Garten der Lüste« – am 19. November

(Das Weingut Hagn wurde 2015 mehrfach geehrt.)

Der Winter naht und schließlich auch Weihnachten und Silvester. Wer jetzt an die Planung kulinarischer Höhepunkte geht, kann ziemlich stressfrei dem Jahresende entgegensehen.

Um seinen Bestands- und Neukunden die Orientierung im »Garten der Lüste«, also in der Vielfalt der Weinangebote, zu erleichtern, wird der Online-Weinhändler KAMA wine & spirit(s) aus Dresden am Sonnabend, den 19. November 2016 (11 bis 19 Uhr) seinen Wein-Probier-Tag veranstalten. Ort der genussvollen, wertenden, wählerischen und erhellenden Trinkerei ist das Lager-Geschäft auf der Florian-Geyer-Str. 58 (Nähe Thomas-Müntzer-Platz).

Zur Auswahl steht die Welt der österreichischen Weine – zumindest ein attraktiver Teil davon. »Ich möchte allen Neugierigen eine Offerte präsentieren, die zwei Wünsche erfüllt – edel sollen diese Weine sein, aber ohne arm zu machen«, sagt Veranstalter Ben Rüpprich von KAMA. Dabei sind Weine von Hagn (Weingut des Jahres 2015), Zantho, Hannes Reeh, Donabaum, Reiterer, Kirnbauer und Michael Auer. Damit sind beste Tropfen aus den Gebieten rund um den Neusiedlersee, aus der Wachau, der Steiermark, Mittelburgenland, aus dem Weinviertel und Carnuntum vertreten.

Jedes dieser Weingüter wird mit drei bis vier Weinen vorgestellt werden. Das ist ein attraktives Programm, über das man dennoch nicht die Übersicht verliert. Ein Kompass in Sachen »Ösi«-Wein, extra für Dresdner Piefkes. Für eine stressfreie (Vor-)Weihnachtszeit.

Zeit: Sonnabend, 19. November 2016 (11 bis 19 Uhr)
Ort: KAMA Verkaufslager, Florian-Geyer-Str. 58, 01307 Dresden

Probierpauschale von 10 Euro wird bei Kauf verrechnet.
Aktion: 5 Flaschen bezahlen, 6 Flaschen mitnehmen.

M. B.

(Foto oben: Weingut Hagn/PR – KAMA)

Freitag, 1. April 2016

Jazzfotos von Hans-Joachim Maquet: Wilde Musik vor den Türen der Büros im Uniklinikum

(Till Brönner im Medizinisch-Theoretischen Zentrum der TU Dresden am 15. Dezember 2011 zum Benefizkonzert zugunsten des Cochlea-Implant Centrums. Foto: Hans-Joachim Maquet)

Dresden: Ab 5. April 2016 zeigt die Galerie im Gang des Geschäftsbereichs Bau und Technik des UKD Jazzfotos von Hans-Joachim Maquet

Ausstellungswechsel im Gang des Geschäftsbereichs Bau und Technik des Dresdner Universitätsklinikums. Ab dem 5. April 2016 nachmittags werden großformatige Fotos des deutschlandweit bekannten Jazzfotografen Hans-Joachim Maquet zu sehen sein. Damit setzen Geschäftsbereich-Chef Steffen Kluge und dessen Helfer das Engagement für hochqualitative Kunst im Lebensalltag fort. »Ich finde es interessant und wichtig, das Besondere, Qualitätsvolle und So-noch-nicht-Bekannte öffentlich zu machen, und damit ein klein wenig zum kulturellen Niveau auch im Alltag beizutragen«, verriet Galerie-»Hausherr« Kluge schon bei der vorangegangenen Exposition sein Credo. Im Vorstand des Uniklinikums hat Kluge einen weiteren »gewichtigen« Mitstreiter gefunden – Prof. D. Michael Albrecht hat die Schirmherrschaft der Ausstellung übernommen.
Gezeigt werden diesmal etwa 25 Fotos von Jazzmusikern in Aktion, keine extra im Studio hergerichteten Porträtfotos, sondern Konzertaufnahmen »aus Fleisch und Blut«. »Meine Fotos sind Momente; sie versuchen Spannung und Stimmung auszudrücken wie man sie bei Live-Auftritten auch als Zuhörer erlebt und fühlt«, sagt der Fotograf Hans-Joachim Maquet. »Ohne den Anspruch an Ästhetik zu verlieren, soll im Foto das künstlerisch Typische des Musikers dargestellt werden und gleichzeitig das ganz Persönliche eigener Fotografie im Vordergrund stehen.« Im Visualisieren solch magischer musikalischer Momente hat Maquet einige Erfahrung. Jahr für Jahr quer durch Deutschland, die Schweiz, Österreich und weiteren Staaten bei Festivals und Konzerten unterwegs, hat er eine schier unüberschaubare Menge an Musiziersituationen gesammelt und nahezu alle bedeutenden europäischen und viele weitere Jazzmusiker im Live-Bild eingefangen – und dies seit Jahrzehnten. Mit dieser Ausstellung erinnert Hans-Joachim Maquet auch an einen früheren Höhepunkt im Dresdner Jazzleben – nämlich an die Konzertreihe »Jazz im Uniklinikum«, die für mehrere Jahre von Steffen Kluge – auch als »kleinen Beitrag gegen den aktuellen Abbau der Kulturvielfalt in Dresden« veranstaltet wurde. Die nunmehrige Ausstellung enthält auch Fotos von Musikern bei ihren früheren Auftritten im Uniklinikum.


Fotoausstellung im GB BuT des UKD, Haus 62, Schubertstraße, Vernissage: 5. April 2016, 15.30 Uhr
Musik zur Vernissage:
Günter Heinz, Posaune, Zurna, Flöte


Donnerstag, 24. März 2016

Zum Beitrag »Kreuzchor ohne Kreuz« von Christian Wolff in der Sächsischen Zeitung

Besonders im Schwarz-Weiß-Zeitungsdruck schwer reproduzierbar: das neue Kreuzchor-»Logo«.

Zum Beitrag »Kreuzchor ohne Kreuz« von Christian Wolff in der Sächsischen Zeitung 12./13. März 2016-03-14 habe ich das Folgende anzumerken:

Der Beitrag beschreibt, dass sich der Kreuzchor anlässlich seines 800-jährigen Jubiläums aus Marketinggründen offenbar vom Bezug auf seine kirchliche, ja teilweise sogar humane Tradition loslöst. Dabei wird auch deutlich, dass der Chor es nicht zu einer neuen, tauglichen, Profil schaffenden Identität schafft, sondern »ohne Not ins ideologische und religiöse Niemandsland« abdriftet.

Wer jedoch ein Wischi-Waschi-Selbstbild von sich vermittelt, macht es Kommunikationsdesignern schwer, einen griffigen, wenn nötig neuen visuellen Außenauftritt zu entwickeln.
Bisher hatte der Kreuzchor ein brillantes, modern wirkendes, die symbolische Einbettung der Kirche und des Chores in die Gesellschaft visualisierendes Logo, das aus einer Kombination von offenem Zeichen und moderner Schrift besteht. Geschaffen hatte es der Künstler Bernd Hanke, der sich damit sogar bei gleich zwei entsprechenden Wettbewerben durchsetzte.

Dieses Logo hat der Kreuzchor im Zuge des Jubiläums aufgegeben. Nun hat er kein vergleichbar niveauvolles mehr.

Die neue Wortmarke, typografisch altertümelnd ausgeführt und mit ihrer Anmutung an die Typo-Gestaltung des früheren Zeitungstitels des Neuen Deutschlands erinnernd, entwickelt keine über die Bedeutung des Namens »Dresdner Kreuzchor« hinausgehende Symbolik, sie lässt sich im Zeitungsdruck, besonders im Falle von Schwarz-Weiß, schwer reproduzieren, wirkt sehr behäbig-blockig – ein weborientiertes Grafikdesign lässt sich eben nicht ohne Probleme im Print-Bereich anwenden.

Diese Wortmarke passt sich in ein Titelblatt-Design der Jubiläumsbroschüre ein, das gestalterisch eher einer Festschrift für einen Bestatter-Verband entspricht als der für einen weltbekannten, zeitgemäßen Knabenchor mit langer Tradition, der seine exzellente Kunst in der heutigen Zeit präsentieren will.

Dass das Heft auch noch dreist mit der inhaltlich falschen Formulierung »800 Jahre 2016« überschrieben ist, lässt einen genauso ratlos zurück wie die Tatsache, dass das Backcover der Broschüre (und weitere Seiten) Kreuzschüler nicht vor der Kreuz- sondern vor der Frauenkirche zeigt. Da ist die Bezugnahme auf Bach kein schwacher Trost. Dass die Jubiläumsbroschüre nichts ernsthaft Historisches enthält und damit auch die Behauptung nicht belegen kann, der Chor sei gerade jetzt wirklich 800 Jahre alt (das nämlich ist in der Fachwelt umstritten), trägt zum Ärger bei.

Mathias Bäumel

PS.: Der obige Ausriss mit dem neuen »Logo« entstammt den DNN vom 4. März 2016.