sss
Freitag, 5. Februar 2016
Wir-Gefühl innerhalb der Dresdner Kunstszene kann Gefahren in sich bergen
Selbstverständlich ist es aller Ehren wert, wenn eine ambitionierte Hobby-Fotografin sich Dresdner Künstlern widmen will. Und es spricht für das Projekt, wenn andere ihr dabei helfen, materiell und auch ideell. Schließlich ist es ein großer Glücksfall, wenn diese Hilfe auch dazu führt, dass ein solch gewichtiges Buch herausgegeben werden kann.
Der kürzlich veröffentlichte dicke Fotoband »Dresdner Künstler im Blick – Porträtfotografie Gabriele Seitz« ist es durchaus wert, beachtet und diskutiert zu werden.
Das Buch ist eine Fleißarbeit. Der Besuch von 207 Künstlern in deren Ateliers, das Organisieren dieser Termine, das Fotografieren und schließlich das Beschaffen und redaktionelle Bearbeiten der dazugehörigen Texte (meist, aber nicht nur von Heinz Weißflog) sind ein gehöriges Stück Arbeit. Die Fotografin selbst gibt an, bei diesem Projekt rund 18.000 Kilometer »verfahren« zu haben! Herausgekommen ist dabei vor allem ein gut gefülltes Kompendium von Künstlern aus Dresden und der Region – Maler, Grafiker und Plastiker.
Aber das Buch ist auch Zeugnis eines Dilettantismus. Zwar beseelt von ihrer gefundenen Aufgabe, lässt Gabriele Seitz dennoch nicht selten fotografische Qualität vermissen, und dies auf zwei Ebenen.
Einerseits fallen auf vielen Seiten immer wieder handwerkliche Schwächen ins Auge. Fotos wirken unscharf, ihr Fokus liegt manchmal knapp daneben oder betont Nebensächliches (zum Beispiel Tafeln 61, 71, 111, 235). Der Umgang mit dem Licht ist zum Teil fragwürdig, er lässt Gesichter durch Schatten dunkel »einsuppen« und aus unerfindlichen Gründen mit Hintergründen verschwimmen (Tafel 60, 146, 157). Wer, wie Gabriele Seitz, ausschließlich mit dem vorgefundenen Naturlicht arbeiten möchte, sollte dies auch können. Überhaupt ist die Arbeit mit dem Hintergrund in einer Reihe von Fällen ungeschickt, das Verhältnis von Hintergrund-Mustern und Vordergrund-Gesichtern problematisch. Es wirkte wie eine schale Ausrede, wenn nun an dieser Stelle entgegnet würde, dies seien keine handwerklichen Mängel, sondern Insignien einer besonderen künstlerischen Schöpferkraft.
Andererseits scheint sich Gabriele Seitz mit ihrem Mammut-Projekt ein Eigentor geschossen zu haben, denn viele – natürlich nicht alle – Fotos zeugen davon, dass die Fotografin den Menschen und Künstler, den sie porträtieren wollte, nicht erfasst, nicht getroffen, sich nicht in ihn eingefühlt hat. Wie auch bei dem Zeitdruck?
Sicher ist es zu großen Teilen Sache der Fotografin selbst, wie sie die zu porträtierende Person empfindet und wie sie sie schließlich darstellt. Aber wenn eine der großartigsten und künstlerisch einflussreichsten Fotografinnen der deutschen Fotogeschichte dargestellt wird als handele es sich um einen Schnappschuss aus einer Irrenanstalt und damit vor allem um eine geistig verwirrte Person, ist wohl etwas schiefgelaufen.
Schließlich ist das Buch eines der Eitelkeit. Nach Erscheinen des Folianten hat eine ganze Reihe der abgebildeten Künstler das Ergebnis hinter vorgehaltener Hand beklagt. Sie seien nicht gut getroffen und unglücklich dargestellt worden, es sei alles Husch-husch gegangen. Man hörte einzelne Künstler entnervt stöhnen: »Diese Frau kommt mir nicht nochmal ins Atelier.«
Doch das ist selbstgemachtes Leid. Die unzufriedenen Porträtierten hätten einfach sofort kritisch eingreifen und sich die Fotos vorlegen lassen sollen. Aber das hätte ja dann in einigen Fällen bedeutet, dass sie in dem Kompendium Dresdner Künstler fehlen würden ... Eitelkeit siegt manchmal über Qualität. Lächelnd vorgetragene Toleranz (»Jeder soll sein Zeug in Ruhe machen dürfen, wie er will ...«) scheint eine Variation davon zu sein.
Und dieses Credo gilt vom Grundsatz her zu Recht. Nicht nur für die porträtierten Künstler, sondern auch für die Fotografin, die selbstverständlich ihr Buch veröffentlichen kann mit genau den Bildern, die sie selbst für veröffentlichungswert hält. Zumindest, so lange ein solches Werk nicht öffentlich gefördert ist. Im Gegenzug sollte damit aber auch ehrlich umgegangen werden – wem nützt eine Lobhudelei aus falsch verstandenem Korpsgeist? Ein Wir-Gefühl innerhalb der Dresdner Kunstszene kann Gefahren in sich bergen.
Mathias Bäumel
Dresdner Künstler im Blick. In 190+9 Ateliers
Porträtfotografie von Gabriele Seitz
Verlag SchumacherGebler Dresden 2015,
Hardcover, 2015
350 Seiten, ca. 240 Abbildungen
ISBN: 978-3-941209-36-7
39,00 Euro
PS.: Das Bild oben zeigt die Buchtitelgestaltung des Verlages SchumacherGebler.
Labels:
DResdner Künstler,
Gabriele Seitz,
Porträtfotografie
Dienstag, 17. November 2015
Da vibriert das Zäpfchen vor Gier! – Ösi-Weinverkostung am 21. November
Da vibriert das Zäpfchen vor Gier! Namen wie Blaufränkisch, Zweigelt, Grüner Veltliner stehen für die typischen Rebsorten Österreichs, Pinot Noir und Sauvignon Blanc für die Weine, die die Ösis auch sehr gut können!
Das gesamte Spektrum von Österreichs Weinvielfalt kann nun bei Kama Wine in Dresden verkostet werden – am Sonnabend, 21. November 2015 von 11 bis 18 Uhr!
Sage und schreibe 36 verschiedene Weine warten, aufgestellt in mehrere Flaschen-Batterien, auf durstige und erlebnishungrige Schlünder!
Wo kann man schon aus einem so breiten Angebot auswählen und kosten?
Ort: Dresden, Florian-Geyer-Straße 58
Zeit: 21. November 2015 (11 bis 18 Uhr)
Natürlich kann man auch kaufen. Beispielsweise die Weine berühmter Winzer – in der 5+1-Einkaufsaktion!
Prosit!
(M. B.)
Das gesamte Spektrum von Österreichs Weinvielfalt kann nun bei Kama Wine in Dresden verkostet werden – am Sonnabend, 21. November 2015 von 11 bis 18 Uhr!
Sage und schreibe 36 verschiedene Weine warten, aufgestellt in mehrere Flaschen-Batterien, auf durstige und erlebnishungrige Schlünder!
Wo kann man schon aus einem so breiten Angebot auswählen und kosten?
Ort: Dresden, Florian-Geyer-Straße 58
Zeit: 21. November 2015 (11 bis 18 Uhr)
Natürlich kann man auch kaufen. Beispielsweise die Weine berühmter Winzer – in der 5+1-Einkaufsaktion!
Prosit!
(M. B.)
Labels:
Kama Wine,
Österreich,
Weinverkostung
Montag, 19. Oktober 2015
Sanierung der Bismarckstraße im Gewerbegebiet in Niedersedlitz ist gelungener Schildbürgerstreich
(Foto: Mathias Bäumel)
Dresden-Niedersedlitz, Sanierung der Bismarckstraße im Zuge der straßenbaulichen Neugestaltung des dortigen kleinen Gewerbgebietes: Die Maßnahmen wirken wie Schildbürgerstreiche. Die Bismarckstraße (im Bild) wird sehr schmal angelegt, obwohl gerade in einem Gewerbegebiet mit großen, einander begegnenden Lastwagen gerechnet werden muss.
Wer dort sicher so gut wie nie entlangspazieren wird – es ist ein für Spaziergänge wenig attraktives Gewerbegebiet so gut wie ohne jede Wohnbebauung –, sind Fußgänger. Das hat die Planer groteskerweise nicht davon abgehalten, zum Ausgleich für die schmale Straße viel Platz für Fußwege einzuplanen. Ein so entstandenes Verhältnis Fußweg- zu Straßenbreite von 2:3 mag zwar für »innerstädtische Gewerbegebiete« rein juristisch vertretbar sein, geht aber an den realen Bedürfnissen und vernunftsbezogenen Überlegungen völlig vorbei.
Dabei ist der Fußweg auf der südlichen Straßenseite sogar mit Buchten für künftige Bäume konzipiert! Sicher müssen dafür die gewerblichen Anrainer ihre unmittelbar daneben befindlichen Bäume und Gebüsche auf eigenem Gelände entfernen, damit die neu anzupflanzenden genügend Licht bekommen.
Die Sächsische Zeitung vom 17./18. Oktober 2015 berichtete auf Seite 10, dass die Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen im Gewerbegebiet Bismarck-/Sosaer Straße in Dresden-Niedersedlitz an den realen Bedürfnissen vieler dort ansässigen Gewerbetreibender vorbeigeht.
Fehlplanungen hätten bereits dazu geführt, dass ein Steinmetzbetrieb seinen Mietvertrag gekündigt hat, weil er nun durch die neu entstandenen Zufahrt- und Rangierverhältnisse für die Sandsteinquader-Transporte keine akzeptable Lade- und damit auch Lagermöglichkeiten mehr habe.
M. B.
Dresden-Niedersedlitz, Sanierung der Bismarckstraße im Zuge der straßenbaulichen Neugestaltung des dortigen kleinen Gewerbgebietes: Die Maßnahmen wirken wie Schildbürgerstreiche. Die Bismarckstraße (im Bild) wird sehr schmal angelegt, obwohl gerade in einem Gewerbegebiet mit großen, einander begegnenden Lastwagen gerechnet werden muss.
Wer dort sicher so gut wie nie entlangspazieren wird – es ist ein für Spaziergänge wenig attraktives Gewerbegebiet so gut wie ohne jede Wohnbebauung –, sind Fußgänger. Das hat die Planer groteskerweise nicht davon abgehalten, zum Ausgleich für die schmale Straße viel Platz für Fußwege einzuplanen. Ein so entstandenes Verhältnis Fußweg- zu Straßenbreite von 2:3 mag zwar für »innerstädtische Gewerbegebiete« rein juristisch vertretbar sein, geht aber an den realen Bedürfnissen und vernunftsbezogenen Überlegungen völlig vorbei.
Dabei ist der Fußweg auf der südlichen Straßenseite sogar mit Buchten für künftige Bäume konzipiert! Sicher müssen dafür die gewerblichen Anrainer ihre unmittelbar daneben befindlichen Bäume und Gebüsche auf eigenem Gelände entfernen, damit die neu anzupflanzenden genügend Licht bekommen.
Die Sächsische Zeitung vom 17./18. Oktober 2015 berichtete auf Seite 10, dass die Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen im Gewerbegebiet Bismarck-/Sosaer Straße in Dresden-Niedersedlitz an den realen Bedürfnissen vieler dort ansässigen Gewerbetreibender vorbeigeht.
Fehlplanungen hätten bereits dazu geführt, dass ein Steinmetzbetrieb seinen Mietvertrag gekündigt hat, weil er nun durch die neu entstandenen Zufahrt- und Rangierverhältnisse für die Sandsteinquader-Transporte keine akzeptable Lade- und damit auch Lagermöglichkeiten mehr habe.
M. B.
Montag, 3. August 2015
Darf die Klaviatur in dieser Weise gespielt werden?
»In der Flüchtlings-Zeltstadt geht die Krätze um« und »Massenschlägerei zwischen Syrern und Afghanen in der Zeltstadt« – das sind die Aufmacher-Überschriften auf Seite 1 der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31. Juli 2015 bzw. 3. August 2015. Gedruckt in Riesenlettern, damit eine besonders herausgehobene Wichtigkeit suggerierend. Natürlich: Die hiermit kommunizierten Fakten stimmen. Aber zeugen Größe und Position dieser Headlines von Verantwortungsbewusstsein? Hier wird Sensationslüsternheit bedient und mit Vorurteilen gespielt. Beim Gebrauch des Wortes Krätze schwingt die jahrhundertealte Stigmatisierung ausgegrenzter und gar unerwünschter Menschen als dreckig und unsauber mit. Natürlich: Als Nachricht gehört das Thema ins Blatt. Aber darf die Klaviatur genau in dieser Weise gespielt werden? Und die Schlägerei? Hat man je gesehen, dass Berichte über Schlägereien groß auf Seite 1 gezogen werden und dabei die Nationalitäten der Schläger zur Spitzennachricht gemacht werden? Etwa wie: »Massenschlägereien zwischen Deutschen vor dem Stern in Prohlis«? Natürlich nicht. Nur dann, wenn es sich um Ausländer handelt. Ergo: Die DNN scheint sich damit endgültig vom verantwortungsvollen Journalismus verabschiedet zu haben. Adieu!
(M. B.)
(M. B.)
Dienstag, 7. Juli 2015
Jazzclub Tonne ab Herbst ohne Spielstätte / Kündigung des Mietvertrages durch die Stadt
Der Jazzclub Tonne Dresden hat ab Herbst keine eigene Spielstätte. Die Räume der Tonne im Keller des Dresdner Kulturrathauses, Königstraße 15, wurden durch den Vermieter mit vertraglich vereinbarter zweimonatiger Kündigungsfrist gekündigt. Vermieter ist die Stadt Dresden. Die Kündigung erfolgte alternativlos. Damit ist der Jazzclub Tonne ab der Spielzeit Herbst obdachlos, sofern bis dahin keine gleichwertige Spielstätte für den renommierten Jazzclub in der sächsischen Landeshauptstadt gefunden wird.
Hintergrund der Kündigung ist der bauliche Zustand der Räume im Gewölbekeller des Kulturrathauses. Am 13.6.2015 kam es zu einem Wassereinbruch in den Räumen des Jazzclub Tonne, der erhebliche Konsequenzen hatte. So wurde der Flügel des Clubs unbespielbar und die Nutzung für weitere Veranstaltungen obsolet. Seitdem gab es, neben zahlreichen Hilfsangeboten anderer Spielstätten, seitens der Tonne intensive Bemühungen, um eine Lösung für Dresdens traditionsreichen Jazzclub mit mehr als 30-jähriger Geschichte zu finden. Bislang leider vergebens.
Aus Sicht des Vorstandes der Tonne gibt es derzeit keine einheitliche Haltung der Stadt Dresden zum Jazzkeller im Kulturrathaus. Während das Kulturamt der Stadt gemeinsam mit der Tonne intensiv nach einer Lösung sucht und die Tonne konkret unterstützt, konnte das Liegenschaftsamt bislang keine alternativen Räumlichkeiten zur Nutzung in Aussicht stellen. Der Vorstand der Tonne hat sich deshalb in einem Brief an Oberbürgermeister Dirk Hilbert gewandt und um dessen Hilfe und Vermittlung gebeten. Die Tonne hofft, dass das Problem der Räumlichkeiten auf politischer Ebene wahrgenommen und nicht dem Selbstlauf überlassen wird, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Dresdner Jazzclub zu den besten in der Bundesrepublik Deutschland gehört, bei vergleichsweise niedriger institutioneller Förderung.
Für den Erhalt der Tonne als international bekannte Spielstätte für Jazz und angrenzende Musikgenres ist ein Spielbetrieb nach der Sommerpause zwingend notwendig. Eine längere Pause würde dem Renommee der Tonne als mehrfach ausgezeichnete Spielstätte, die mit mehr als 100 Konzerten im Jahr kontinuierlich das Musikangebot in Dresden bereichert, zunichtemachen. Lange geplante Konzerte internationaler Künstler müssten abgesagt werden, nationale und internationale Agenturen von Musikern würden die feste Einbindung der Tonne in Tournee-Planungen abbrechen und der Faden zu Dresdner Festival- und Event-Veranstaltern, wie dem Internationalen Dixielandfestival oder den Tschechischen Kulturtagen würden abreißen. Auch die in den letzten Jahren ständig ausgebaute Kooperation mit der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ würde Schaden nehmen.
Der Jazzclub Tonne e.V. hat auf keinen Fall die Absicht aufzugeben. Vielmehr ist die Existenzfrage der Tonne eine politische Frage, die nicht allein auf rechtlicher oder finanztechnischer Ebene gelöst werden kann. Deshalb wird der Vorstand in den kommenden Wochen alles unternehmen, um gemeinsam mit allen an der Kulturpolitik Dresdens Beteiligten eine alternative Spielstätte zu finden.
Unterstützungsangebote anderer Spielstätten kamen bisher von riesa efau, Studentenclub Bärenzwinger, Waldschänke Hellerau e.V., Reformierte Gemeinde Dresden und Societaetstheater.
Ihr vorläufig letztes Konzert veranstaltet die Tonne mit der REPERTOIRE NIGHT im Rahmen der HfM Jazz Nights am Mittwoch, dem 8.7., um 20 Uhr im Kleinen Saal des Kulturrathauses. Einlass ist ab 19:30 Uhr.
(Dies ist die offizielle Presseinformation des Jazzclubs Tonne vom 7. Juli 2015.)
Hintergrund der Kündigung ist der bauliche Zustand der Räume im Gewölbekeller des Kulturrathauses. Am 13.6.2015 kam es zu einem Wassereinbruch in den Räumen des Jazzclub Tonne, der erhebliche Konsequenzen hatte. So wurde der Flügel des Clubs unbespielbar und die Nutzung für weitere Veranstaltungen obsolet. Seitdem gab es, neben zahlreichen Hilfsangeboten anderer Spielstätten, seitens der Tonne intensive Bemühungen, um eine Lösung für Dresdens traditionsreichen Jazzclub mit mehr als 30-jähriger Geschichte zu finden. Bislang leider vergebens.
Aus Sicht des Vorstandes der Tonne gibt es derzeit keine einheitliche Haltung der Stadt Dresden zum Jazzkeller im Kulturrathaus. Während das Kulturamt der Stadt gemeinsam mit der Tonne intensiv nach einer Lösung sucht und die Tonne konkret unterstützt, konnte das Liegenschaftsamt bislang keine alternativen Räumlichkeiten zur Nutzung in Aussicht stellen. Der Vorstand der Tonne hat sich deshalb in einem Brief an Oberbürgermeister Dirk Hilbert gewandt und um dessen Hilfe und Vermittlung gebeten. Die Tonne hofft, dass das Problem der Räumlichkeiten auf politischer Ebene wahrgenommen und nicht dem Selbstlauf überlassen wird, vor allem angesichts der Tatsache, dass der Dresdner Jazzclub zu den besten in der Bundesrepublik Deutschland gehört, bei vergleichsweise niedriger institutioneller Förderung.
Für den Erhalt der Tonne als international bekannte Spielstätte für Jazz und angrenzende Musikgenres ist ein Spielbetrieb nach der Sommerpause zwingend notwendig. Eine längere Pause würde dem Renommee der Tonne als mehrfach ausgezeichnete Spielstätte, die mit mehr als 100 Konzerten im Jahr kontinuierlich das Musikangebot in Dresden bereichert, zunichtemachen. Lange geplante Konzerte internationaler Künstler müssten abgesagt werden, nationale und internationale Agenturen von Musikern würden die feste Einbindung der Tonne in Tournee-Planungen abbrechen und der Faden zu Dresdner Festival- und Event-Veranstaltern, wie dem Internationalen Dixielandfestival oder den Tschechischen Kulturtagen würden abreißen. Auch die in den letzten Jahren ständig ausgebaute Kooperation mit der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ würde Schaden nehmen.
Der Jazzclub Tonne e.V. hat auf keinen Fall die Absicht aufzugeben. Vielmehr ist die Existenzfrage der Tonne eine politische Frage, die nicht allein auf rechtlicher oder finanztechnischer Ebene gelöst werden kann. Deshalb wird der Vorstand in den kommenden Wochen alles unternehmen, um gemeinsam mit allen an der Kulturpolitik Dresdens Beteiligten eine alternative Spielstätte zu finden.
Unterstützungsangebote anderer Spielstätten kamen bisher von riesa efau, Studentenclub Bärenzwinger, Waldschänke Hellerau e.V., Reformierte Gemeinde Dresden und Societaetstheater.
Ihr vorläufig letztes Konzert veranstaltet die Tonne mit der REPERTOIRE NIGHT im Rahmen der HfM Jazz Nights am Mittwoch, dem 8.7., um 20 Uhr im Kleinen Saal des Kulturrathauses. Einlass ist ab 19:30 Uhr.
(Dies ist die offizielle Presseinformation des Jazzclubs Tonne vom 7. Juli 2015.)
Labels:
Dresden,
Jazzclub Tonne,
Kündigung
Donnerstag, 2. Juli 2015
Für mich nicht wählbar
Oberbürgermeister-Stichwahl am 5. Juli 2015 in Dresden: In einigen ihrer Wahlwerbe-Plakate stellt Eva-Maria Stange die Wichtigkeit von Wissen und Bildung heraus. – Doch das ist reiner Hohn!
Es waren noch nicht einmal annähernd die berühmten 100 Tage – nämlich lediglich 70 – im Amt des sächsischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst vergangen, als Eva-Maria Stange bekanntgab, dass sie als Ministerin aufhören will und dass sie für den Posten des Dresdner Oberbürgermeisters kandidieren wird – und damit vor ihrer Verantwortung für die Lösung der vielen schwierigen Probleme in Sachsens Wissenschafts- und Kunstlandschaft davonzulaufen beabsichtigt.
Und große Probleme gibt es auf diesen Gebieten mehr als genug. Die Situation des akademischen Mittelbaus, die Zukunft der universitären Forschung nach Auslaufen der Exzellenzinitiative, die Konsequenzen es Falles des Kooperationsverbotes auch für die sächsischen Hochschulen, die chronische Unterfinanzierung von Lehre und Forschung an den Hochschulen – kurz: die Entwicklung der sächsischen Forschungs- und Bildungslandschaft, aber auch die Besetzung des freien Intendantenpostens der Staatsoper Dresden – ein »Leuchtturm-Projekt« mit gewollt internationaler Sichtbarkeit – sind nur einige Felder, die zu »beackern« sind. Hier erfolgreich zu arbeiten, wäre auch für Dresden ein großes Plus. Aber Stange wollte schon von Bord gehen, bevor sie sich als Ministerin in wenigstens 100 Tagen richtig eingearbeitet hat ...
Warum aber sollte man jemanden wählen, der zuvor gezeigt hat, wie schnell er die Zurückbleibenden mit deren Problemen alleinzulassen gewillt ist, sobald sich eine »gute« Chance bietet? Glaubhaft ist Stange nicht mehr, seitdem sie ihre Kandidatur für den OB-Posten bekanntgegeben hat, deswegen ist sie für mich zur OB-Stichwahl am 5. Juli 2015 nicht wählbar.
Mathias Bäumel
Es waren noch nicht einmal annähernd die berühmten 100 Tage – nämlich lediglich 70 – im Amt des sächsischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst vergangen, als Eva-Maria Stange bekanntgab, dass sie als Ministerin aufhören will und dass sie für den Posten des Dresdner Oberbürgermeisters kandidieren wird – und damit vor ihrer Verantwortung für die Lösung der vielen schwierigen Probleme in Sachsens Wissenschafts- und Kunstlandschaft davonzulaufen beabsichtigt.
Und große Probleme gibt es auf diesen Gebieten mehr als genug. Die Situation des akademischen Mittelbaus, die Zukunft der universitären Forschung nach Auslaufen der Exzellenzinitiative, die Konsequenzen es Falles des Kooperationsverbotes auch für die sächsischen Hochschulen, die chronische Unterfinanzierung von Lehre und Forschung an den Hochschulen – kurz: die Entwicklung der sächsischen Forschungs- und Bildungslandschaft, aber auch die Besetzung des freien Intendantenpostens der Staatsoper Dresden – ein »Leuchtturm-Projekt« mit gewollt internationaler Sichtbarkeit – sind nur einige Felder, die zu »beackern« sind. Hier erfolgreich zu arbeiten, wäre auch für Dresden ein großes Plus. Aber Stange wollte schon von Bord gehen, bevor sie sich als Ministerin in wenigstens 100 Tagen richtig eingearbeitet hat ...
Warum aber sollte man jemanden wählen, der zuvor gezeigt hat, wie schnell er die Zurückbleibenden mit deren Problemen alleinzulassen gewillt ist, sobald sich eine »gute« Chance bietet? Glaubhaft ist Stange nicht mehr, seitdem sie ihre Kandidatur für den OB-Posten bekanntgegeben hat, deswegen ist sie für mich zur OB-Stichwahl am 5. Juli 2015 nicht wählbar.
Mathias Bäumel
Sonntag, 21. Juni 2015
Ausstellung »Sonnenblumen | Stadt« des Fotografen Sven Geise im Universitätsklinikum
(aus: Sonnenblumen. Foto: Sven Geise)
Ein spezielles Kunstereignis findet am 25. Juni 2015 (15 Uhr) in der Ganggalerie des Geschäftsbereiches Bau und Technik des Universitätsklinikums Dresden statt. Dann nämlich wird die Fotoausstellung »Sonnenblumen | Stadt« des Dresdner Fotografen Sven Geise offiziell eröffnet. Sie zeigt zwei unabhängige Fotoserien des Künstlers, der als Multimedia-Manager an der Stabsstelle Kommunikation und Corporate Identity der TU Dresden beschäftigt ist. Sven Geises eigentliches künstlerisches Fachgebiet dort (neben seinen technischen, computer-orientierten Aufgaben) sind die visuelle Kommunikation, Grafikdesign und Computersatz – erst kürzlich ist er mit dem Re-Launch von Layout und Typografie des Dresdner Universitätsjournals hervorgetreten.
Als Fotograf mit einem unbestechlichen, konstatierenden »Auge« ist er bereits seit vielen Jahren unterwegs.
Die Fotoausstellung zeigt zum einen Sonnenblumen, einzeln und im Detail, weit entfernt am Horizont auf dem Feld, reif werdend und damit nicht mehr dem üblichen Bild der Sonnenblume und ihrer oft verwendeten Symbolik entsprechend, zum Schluss geerntet und ein stoppeliges, metallbürstiges Feld zurücklassend.
Zum anderen zeigt die Exposition – den Sonnenblumen gegenüber gehängt – eine Serie, die sich visuell dem Verhältnis von Gebautem und dessen Oberflächengestaltung widmet: Die Fotos spüren den Veränderungen von gebauten Lebensräumen durch die Gestaltung der Oberfläche sonst rein funktionaler Bauten und öffentlicher Flächen nach. Das Spektrum erstreckt sich dabei von der architektonisch vorgeplanten Gestaltung bis zur kommentierenden Veränderung durch ein Graffiti. Die reine Funktion bekommt hier eine teils sinnliche Komponente und bezieht dadurch die Umgebung mit ein.
Obwohl beide Fotoserien unabhängig voneinander entstanden sind, schafft die Hängung der Werke ein spannungsvolles Miteinander.
»Ich finde es interessant und wichtig, das Besondere, Qualitätsvolle und So-noch-nicht-Bekannte öffentlich zu machen, und damit ein klein wenig zum kulturellen Niveau auch im Alltag beizutragen«, sagt Galerie-»Hausherr«, Geschäftsbereich-Leiter Steffen Kluge. »Als ich die Fotos von Sven Geise – anfangs nur die Sonnenblumen – gesehen habe, war ich beeindruckt und dachte sofort: Das ist es!«
Vernissage der Fotoausstellung »Sonnenblumen | Stadt« im GB Bau und Technik des UKD, Haus 62, Schubertstraße.
25. Juni 2015 (15 Uhr)
Einführung: Steffen Kluge, Geschäftsbereich-Leiter
Foto-Gedanken: Mathias Bäumel
Musik: Dr. Martin Morgenstern, Bratsche solo
Die Ausstellung läuft bis Ende des Jahres und ist wochentags während der Öffnungszeit des Geschäftbereiches Bau und Technik zwischen 7 und 16 Uhr zu sehen.
M. B.
Ein spezielles Kunstereignis findet am 25. Juni 2015 (15 Uhr) in der Ganggalerie des Geschäftsbereiches Bau und Technik des Universitätsklinikums Dresden statt. Dann nämlich wird die Fotoausstellung »Sonnenblumen | Stadt« des Dresdner Fotografen Sven Geise offiziell eröffnet. Sie zeigt zwei unabhängige Fotoserien des Künstlers, der als Multimedia-Manager an der Stabsstelle Kommunikation und Corporate Identity der TU Dresden beschäftigt ist. Sven Geises eigentliches künstlerisches Fachgebiet dort (neben seinen technischen, computer-orientierten Aufgaben) sind die visuelle Kommunikation, Grafikdesign und Computersatz – erst kürzlich ist er mit dem Re-Launch von Layout und Typografie des Dresdner Universitätsjournals hervorgetreten.
Als Fotograf mit einem unbestechlichen, konstatierenden »Auge« ist er bereits seit vielen Jahren unterwegs.
Die Fotoausstellung zeigt zum einen Sonnenblumen, einzeln und im Detail, weit entfernt am Horizont auf dem Feld, reif werdend und damit nicht mehr dem üblichen Bild der Sonnenblume und ihrer oft verwendeten Symbolik entsprechend, zum Schluss geerntet und ein stoppeliges, metallbürstiges Feld zurücklassend.
Zum anderen zeigt die Exposition – den Sonnenblumen gegenüber gehängt – eine Serie, die sich visuell dem Verhältnis von Gebautem und dessen Oberflächengestaltung widmet: Die Fotos spüren den Veränderungen von gebauten Lebensräumen durch die Gestaltung der Oberfläche sonst rein funktionaler Bauten und öffentlicher Flächen nach. Das Spektrum erstreckt sich dabei von der architektonisch vorgeplanten Gestaltung bis zur kommentierenden Veränderung durch ein Graffiti. Die reine Funktion bekommt hier eine teils sinnliche Komponente und bezieht dadurch die Umgebung mit ein.
Obwohl beide Fotoserien unabhängig voneinander entstanden sind, schafft die Hängung der Werke ein spannungsvolles Miteinander.
»Ich finde es interessant und wichtig, das Besondere, Qualitätsvolle und So-noch-nicht-Bekannte öffentlich zu machen, und damit ein klein wenig zum kulturellen Niveau auch im Alltag beizutragen«, sagt Galerie-»Hausherr«, Geschäftsbereich-Leiter Steffen Kluge. »Als ich die Fotos von Sven Geise – anfangs nur die Sonnenblumen – gesehen habe, war ich beeindruckt und dachte sofort: Das ist es!«
Vernissage der Fotoausstellung »Sonnenblumen | Stadt« im GB Bau und Technik des UKD, Haus 62, Schubertstraße.
25. Juni 2015 (15 Uhr)
Einführung: Steffen Kluge, Geschäftsbereich-Leiter
Foto-Gedanken: Mathias Bäumel
Musik: Dr. Martin Morgenstern, Bratsche solo
Die Ausstellung läuft bis Ende des Jahres und ist wochentags während der Öffnungszeit des Geschäftbereiches Bau und Technik zwischen 7 und 16 Uhr zu sehen.
M. B.
Abonnieren
Posts (Atom)

