Nachdem im Stoba-Kalender »Schau-Stücke« des Jahres 2017 eine Reihe von irritierend raffinierten Schwarz-Weiß-Fotonegativen des preisgekrönten Fotokünstlers Thomas Bachler präsentiert wurde, zeigt die 2018er Ausgabe unter dem Titel »Unwirklich – Wirklich« eine Serie von prall farbigen, phantasievollen Figurinen-Ensembles, die von der Bühnenbildnerin Katrin Busching und der Fotografin Eva Mahn inszeniert und fotografiert wurden.
Wirklichkeit kann unwirklich sein, und Unwirkliches gehört zur Wirklichkeit. Das Spiel der Farben, Formen und Ornamente in den Bildern der beiden Künstlerinnen hebt Trennlinien auf: Eva Mahn als Fotografin und Katrin Busching als Kostümbildnerin verlassen die nützlichkeits- und anwendungsbezogenen Aspekte ihrer Arbeit und erschaffen gemeinsam eine unwirklich scheinende, ganz reale Welt aus Bühne, Bild und Kostüm, eine irritierend wirkende Verlockung aus leuchtstarken Mustern und raffinierten Arrangements.
Unterstützung erhielt Stoba für den großformatigen Kalender wieder von der Grafikerin Kerstin Hübsch (Grundsatz. Büro für Grafikdesign), die für Layout, Gestaltung, Schrift- und Papierauswahl und Satz sorgte.
Auch für den Kalender des Jahres 2018 hat sich Stoba-Druck einer besonderen Herausforderung gestellt. »Unwirkliches« aus der virtuellen Datenwelt wirklich werden lassen, in dem es auf Papier zur visuellen und haptischen Realität wird, das ist jeden Tag neu Aufgabe der Druckerei. Im Gegensatz zum Kalender 2017 sind diesmal leuchtende und intensive Farben angesagt. Stoba-Druck stellt sich dieser Situation mit ausgeklügelten speziellen Verfahren, denn eine normale, streng die Vorgaben des ProzessStandard Offsetdruck und damit den Vorgaben der ISO-Norm 12647 folgende Reproduktion wäre der Ästhetik dieser Fotos nicht gerecht geworden. Nur die perfekte Beherrschung aller technologischen Schritte einschließlich des Einsatzes der Überwachungssoftware print-io.de machen zunächst unwirklich erscheinende Umsetzungen möglich. Eine intensive Farbskala und eine besonders optimierte Färbung führen zu einer Vergrößerung des Farbraumes. Durch den Einsatz der Staccato-FM-Rastertechnologie wird eine Bildwiedergabe verwirklicht, die der Fotografie nahekommt. Die normalerweise genutzte autotypische Rasterung hätte die feinen Stoffstrukturen zerstört. Die Drippoff-Lackierung unterstützt die Umsetzung hochqualitativer Ansprüche in die Wirklichkeit.
Der Jahreskalender von Stoba-Druck dient der Firma und den Beteiligten zur Kundenpflege und Auftragsakquise; er soll das brillante Leistungsvermögen aller drei Partner unter Beweis stellen.
»Künstlerisch gesehen«, so Stoba-Geschäftsführer Roland Stolle, »soll jedes Mal etwas Besonderes entstehen, das anderweitig nicht hätte zustande kommen können.«
Quelle: Stoba Druck / Mathias Bäumel
Weitere Informationen:
GF Roland Stolle
Stoba-Druck GmbH
Am Mart 16
01561 Lampertswalde
Tel. 035248/81468
Fax. 035248/81469
E-Mail: Roland Stolle stolle@stoba-druck.de
sss
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Donnerstag, 14. Dezember 2017
Donnerstag, 21. November 2013
Buch zu Velemir Dugina jetzt auch an der Kasse des Dresdner Jazzclubs Tonne im Angebot
Diesmal eine kleine Werbung in eigener Sache. Mein am 9. Oktober 2013 veröffentlichtes Büchlein »Velemir Dugina – Eine Spurensuche« liegt momentan im Buchhaus Dresden-Loschwitz zum Kauf bereit. Es ist natürlich in jeder weiteren Buchhandlung bestellbar, manchmal auch schon vorrätig.
Neu ist nun, dass Jazzfreunde das Büchlein auch bei jedem Konzert im Jazzclub Tonne an der Abendkasse kaufen können.
Zum Inhalt:
Ein einzelner Grabstein auf einem unscheinbaren, winzigen Friedhof auf der Adriainsel Cres wurde zum Ausgangspunkt einer Spurensuche. Wer war dieser »Professor Violine«, wie der auf dem Stein mit einem vergilbten Foto in Erinnerung gehaltene junge Mann genannt wurde? Der in Australien geborene und in Rijeka und Triest aufgewachsene Musiker Velemir Dugina setzte Anfang 1987 seinem Leben 29-jährig ein Ende. Der Autor dieses Büchleins versucht, mit Hilfe nur weniger Anhaltspunkte und Informationen das kurze Leben des Violinisten und Komponisten wenigstens in groben Umrissen zu rekonstruieren. Herausgekommen ist nicht nur eine fragmentarische biografische Skizze eines Musikers, der sich wie die allermeisten seines Faches jenseits des Star-Zirkusses hingebungsvoll seinem künstlerischen Beruf widmete, ohne je berühmt zu werden. Entstanden ist durch die Nachzeichnung dieses Schicksals auch ein angedeutetes Bild des kulturellen und historischen Reichtums einer Region, die sich von Friaul Julisch-Venetien über Triest bis hinein in den Kvarner Golf und darüber hinaus erstreckt.
Selbstverständlich gibt es das Bändchen auch über Amazon und über den Verlag SchumacherGebler.
Vielleicht für manche ein geeignetes Weihnachtsgeschenk?
Übrigens: Die exzellente buchgestalterische Ausstattung besorgte Kerstin Hübsch (Grundsatz – Büro für Grafikdesign).
M. B.
Neu ist nun, dass Jazzfreunde das Büchlein auch bei jedem Konzert im Jazzclub Tonne an der Abendkasse kaufen können.
Zum Inhalt:
Ein einzelner Grabstein auf einem unscheinbaren, winzigen Friedhof auf der Adriainsel Cres wurde zum Ausgangspunkt einer Spurensuche. Wer war dieser »Professor Violine«, wie der auf dem Stein mit einem vergilbten Foto in Erinnerung gehaltene junge Mann genannt wurde? Der in Australien geborene und in Rijeka und Triest aufgewachsene Musiker Velemir Dugina setzte Anfang 1987 seinem Leben 29-jährig ein Ende. Der Autor dieses Büchleins versucht, mit Hilfe nur weniger Anhaltspunkte und Informationen das kurze Leben des Violinisten und Komponisten wenigstens in groben Umrissen zu rekonstruieren. Herausgekommen ist nicht nur eine fragmentarische biografische Skizze eines Musikers, der sich wie die allermeisten seines Faches jenseits des Star-Zirkusses hingebungsvoll seinem künstlerischen Beruf widmete, ohne je berühmt zu werden. Entstanden ist durch die Nachzeichnung dieses Schicksals auch ein angedeutetes Bild des kulturellen und historischen Reichtums einer Region, die sich von Friaul Julisch-Venetien über Triest bis hinein in den Kvarner Golf und darüber hinaus erstreckt.
Selbstverständlich gibt es das Bändchen auch über Amazon und über den Verlag SchumacherGebler.
Vielleicht für manche ein geeignetes Weihnachtsgeschenk?
Übrigens: Die exzellente buchgestalterische Ausstattung besorgte Kerstin Hübsch (Grundsatz – Büro für Grafikdesign).
M. B.
Montag, 20. September 2010
Haben die Jazzer gekniffen?
Der Jazzclub Neue Tonne veröffentlicht eine Broschüre zum Wende-Jazz in Dresden Es ist zweifelsohne der bessere Weg: Erinnern und überlegen statt polemisieren und denunzieren. Schon Titel und Untertitel stecken den Rahmen für eine Broschüre ab, die jetzt vom Jazzclub Neue Tonne vorgelegt wird und sich mit dem „Jazz in Dresden rund um die politische Wende“ beschäftigt. „Streiflichter – Erinnerungen und Überlegungen“ sind die gerademal 55 Seiten benannt. Kein brisantes Enthüllungswerk ist es geworden, sondern das übersichtliche Bündeln von übersichtlichen Ereignissen, gipfelnd im Jahr 1989.
Viviane Czok-Gökkurt, die zum Thema eine hier Grundlage bildende Magisterarbeit verfasst hat, und der Dresdner Journalist und Jazzkenner Mathias Bäumel streifen als Textautoren im wahrsten Sinne des Wortes das, was den Klassiker Jazz im Veranstaltungsgeschehen populärer Musik der Spät-DDR ausgemacht hat, wie er sich über die brisanten Wochen hinweg präsentierte und wohin er führte. Das Vorhaben wurde maßgeblich vom Hannah-Arendt-Institut gefördert, allzu neue Erkenntnisse über den „Totalismus“ dürften dabei ausgeblieben sein. Und so wird „Streiflichter“ selbst zum Streiflicht.
Helmut Gebauer, Vorsitzender des Neue-Tonne-e.V., gelingt es auf vortreffliche, nahezu essayistische Art, in seinem Vorwort das Ansinnen des Projekts mit weiter greifenden Gedanken zu untersetzen, vor allem auch, wenn er schließt: „Neigt der Jazz zu unpolitischem Ästhetizismus? Darüber sollten wir nachdenken.“ Denn auf den folgenden Seiten wird deutlich, dass sich die meisten aktiven Jazzer aus allen, Mut erfordernden politischen Aktivitäten der „heißen Tage“ herausgehalten haben. Die mittlerweile legendäre September-Resolution von Populär-Kulturschaffenden der DDR sah so gut wie keine Jazzmusiker unterzeichnen, aus Dresden nicht einmal Musiker. Wobei der Gerechtigkeit halber erwähnt werden muss, dass in den Wohnungen von Unruhigen sehr wohl an eigenen, den Geist der Berliner Kollegen unterstützenden Stellungnahmen gearbeitet wurde, so besonders im Umfeld der Rockband Zwei Wege. Haben die Jazzer gekniffen? Man sollte sie danach fragen.
„Streiflichter“ gliedert sich in das Auflisten politischer, zumeist auf Dresden bezogener Fixpunkte und untersetzt diese mit Bezügen, wenn möglich, zum Jazz, aber durchaus auch zum Privaten. Die Edition schlägt eine Brücke von 89er Veranstaltungen in der Tonne hin zu 2009, als das Projekt „Wendejazz“ mit zwei thematischen Konzerten und einer Ausstellung initiiert wurde. Das Büchlein verlagert relevante Diskussionen und Gespräche zurück auf die vor allem persönliche Ebene. Es ist wohl der beste Weg in einem Land, das sich in Sachen gepflegter Streitkultur kaum von der Stelle bewegt. Jetzt, 20 Jahre danach, wo die meisten, die es wirklich wollten, ihre „Akte(n)“ gesehen, Klarnamen entdeckt und autonom ihre Entscheidung getroffen haben, was sie damit anfangen wollen. Insofern ist jene Stelle etwas unglücklich, da im Versuch, Strukturen der Stasi-Infiltrierung des Kulturbetriebs zu benennen, doch noch zwei IM quasi als Ross und Reiter gleichermaßen auftauchen, während andere mit einem „XY“ eher angemessen davonkommen. Das wäre verzichtbar gewesen.
Ohne die inhaltlichen Aspekte gering zu schätzen: Eine wunderbare Aufwertung bekommt „Streiflichter“ durch die Optik. Bis auf eine Ausnahme sind von den 1989er Tonne-Veranstaltungen keine Fotos mehr vorhanden. Einer, der zu dieser Zeit viel fotografiert hat, der zudem als Zuhörer im guten Sinne Jazz war, ließ seine Arbeiten vernichten, bevor ihn eine schwere Krankheit 1999 in die Knie zwang: Jürgen Haufe, Grafiker, Maler. Undatierte, unsignierte und bislang unveröffentlichte Skizzen wurden von Gestalterin Kerstin Hübsch im guten Sinne zusammengepuzzelt, so, dass sie weit mehr als illustrieren, sondern das gesamte Konzept mittragen. Denn, was anders als Streiflichter hat der großartige Künstler und Mensch Haufe mit Papier und Bleistift geschaffen?
Andreas Körner
„Streiflichter“ gibt es zum Preis von fünf Euro im Sweetwater Recordstore Dresden-Loschwitz sowie zu den Veranstaltungen im Jazzclub Neue Tonne.
(Das Original des Artikels erschien zuerst in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18./19. September 2010.)
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