Dresden: Die Waldschlösschenbrücke. (Foto: M. B.)
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Donnerstag, 16. August 2012

25. August 2012: Sonderkonzert im Pianosalon Coselpalais mit Fred Van Hove und Günter Heinz

Das Festival Improvisierter Musik lädt zu einem Vorab-Sonderkonzert »Klangraum – Raumklang« ein. Am 25. August 2012 kommt es im Pianosalon im Coselpalais in Dresden zu einer musikalischen Begegnung zwischen dem berühmten belgischen Improvisationsmusiker Fred Van Hove und dem renommierten Freiberger Posaunisten, Flötisten und Komponisten Günter Heinz.

Während das Klavier an einen festen Ort gebunden ist, bewegt sich der Posaunist frei im Raum. Er kann Klang und Klangrichtung auf vielfältigste Weise positionieren und somit den gesamten Raum »ausleuchten«.

Die Musik des Duos schafft neue Verbindungen zwischen alter Kirchenmusiktradition, Jazz und zeitgenössischem »instant composing«. Durch die Verwendung barocker Kompositionstechniken wird die neu entstehende, im Augenblick komponierte Musik – trotz aller Moderne – insbesondere den Werken von Johann Sebastian Bach verbunden sein.

Fred Van Hove, geboren 1937, gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des europäischen Jazz. Anfang der sechziger Jahre wandte er sich erstmals dem Freejazz zu, bis heute gehört er zu dessen »Fackelträgern« in Europa. Als Solist begann er schon in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre, auch auf der Kirchenorgel zu improvisieren. Dies tut Günter Heinz ebenfalls – seit vielen Jahren nutzt der Musiker und Mathematiker als Bewohner eines ehemaligen Pfarrhauses die Möglichkeit, auf der Orgel einer Kirche im Mittelsächsischen zu musizieren.

Auch wenn das Sonderkonzert »Klangraum – Raumklang« natürlich nicht auf Kirchenorgeln gespielt wird – die Erfahrungen, die die beiden Musikern mit der »Königin der Instrumente« und den dazugehörigen Denkweisen gesammelt haben, werden sich im Pianosalon am 25. August 2012 in den gemeinsamen ad-hoc-Improvisationen manifestieren.

Günter Heinz und Fred Van Hove konzertieren seit 2005 zusammen, häufig auch im Trio mit dem Schlagzeuger Lou Grassi.

M. B.

Sonnabend, 25. August 2012 (20 Uhr), Pianosalon Coselpalais Dresden

»Klangraum – Raumklang«
Sonderkonzert des Festivals Frei Improvisierter Musik

Fred Van Hove – p
Günter Heinz – tb, fl

Karten zu 15 Euro (8 Euro ermäßigt) an der Abendkasse oder von 10–19 Uhr im Vorverkauf direkt im Pianosalon. Kartenbestellungen über Telefon 0351 80 44 297.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Theremin- und Video-Avantgarde in Dresden

Am 4. November konzertieren Eric und Mary Ross mit Günter Heinz in der Blauen Fabrik

(Mary Ross: Self Portait, Cibachrome Photograph, 1979)

Die Kunstavantgardisten Eric und Mary Ross kommen aus den USA nach Dresden. Am 4. November 2010 (20 Uhr) treten der Theremin- und Elektronik-Vorreiter und die Foto- und Video-Künstlerin gemeinsam mit dem Posaunisten Günter Heinz in der Blauen Fabrik auf. Das Konzert gehört zur zweiten Staffel des 2010-er Festivals Frei Improvisierter Musik.

Der als Elektronik-Legende geltende Eric Ross realisiert seit mehreren Jahrzehnten weltweit gemeinsam mit seiner Frau Multi-Media-Konzerte mittels Klavier, Gitarre, Synthesizern, Theremin und Video-Art. Dabei war es für beide von Anfang an selbstverständlich, dass es Fortschritt in der Kunst und eben auch in der Musik nicht durch die Vermeidung von moderner Technik, sondern nur durch die angemessene Nutzung und Einbeziehung neuer Technik geben kann. Ross war schon in frühen Jahren ein persönlicher Freund des Erfinders Robert Moog, dessen Neuentwicklungen auf dem Gebiet elektronischer Instrumente (Moog-Synthesizer) er aus erster Hand erhielt und in seine Klangwelten einbaute. Auch die Nutzung des allerersten „elektronischen“ Instrumentes überhaupt, des Theremins, belegt Erics Grundhaltung, für die er überall anerkannt und gar geehrt wird. So war er Master Teacher beim First International Theremin Festival, und er schrieb auch Kompositionen für Theremin – sowohl für das Instrument solo als auch eine Overtüre für sage und schreibe 14 Theremins!

Die Musik, die in Dresden vorgestellt wird, ist improvisiert, enthält aber durchaus Elemente nicht nur des Jazz, sondern auch der Klassik, der seriellen Musik und der zeitgenössischen Avantgarde.

Die Video-Kunst von Mary Ross, die zur Musik projiziert wird, ist nach den musikalischen Abläufen und Strukturen ausgewählt, arrangiert und organisiert. Mary Ross gilt als Pionier der Digitalfotografie. Bereits in den frühen siebziger Jahre nutzte sie Video-Technik und Computer, um Fotos – also Digitalfotokunst – zu schaffen. Viele dieser einzigartigen Werke befinden sich in Kunstsammlungen, Bibliotheken und Galerien weltweit, von Paris, Zürich, Cambridge, Kopenhagen und New York.

Mit seinem Konzept der „Wetware Trombone“ entwickelte Günter Heinz schon vor knapp zwanzig Jahren einen spezielle Spielweise des Instruments Posaune, mit der er neue Klangräume erkundet. Das erreicht der Künstler mittels neuer Spieltechniken, wie etwa dem Ansaugen von Tönen, durch die Verwendung von elektronischen Transformationen, aber auch durch das Spiel in speziellen Räumen, wie etwa in Kirchen, unterirdischen Hohlräumen, ja sogar unter Wasser. Angeregt durch seine Konzerte in den Toscana-Thermen in Bad Sulza und Bad Schandau entstand seine Idee, die dort gefundenen Klänge mit denen des Theremin zu verbinden.

Mit Eric Ross fand Günter Heinz einen Virtuosen dieses Instruments. Dass beide über Erfahrungen nicht nur in der freien Improvisationsmusik, sondern auch im neuen Jazz verfügen, könnte dem Konzert einen weiteren Zusammenhalt geben. Denn Eric Ross war auch im Jazz erfolgreich, er spielte mit solchen Größen wie John Abercrombie, Larry Coryell, Andrew Cyrille, Oliver Lake, Leroy Jenkins, Byard Lancaster und den Blues-Legenden Champion Jack Dupree, Lonnie Brooks, Sonny Terry, Brownie McGhee and BB King. Auftritte beim Jazzfestival in Montreux und beim North Sea Jazz Festivals waren Meilensteine seiner Karriere. Dass Ross Gastmusiker auf AQi Fzono's „Cosmology“-CD war, angeblich der meistverkauften Platte in Japan überhaupt, soll nicht unerwähnt bleiben.

Mathias Bäumel

„Festival Frei Improvisierte Musik“, Teil 2,
Blaue Fabrik, Donnerstag, 4. November 2010 (20 Uhr)
Günter Heinz, Eric Ross, Mary Ross
Karten zu 12 Euro (ermäßigt 8 Euro) an der Abendkasse.

Dienstag, 20. Juli 2010

Günter Heinz bringt Juan Carlos Valle zum Klingen

(Günter Heinz. Foto: HaJo Maquet)

Ende August wird eine Komposition des sächsischen Komponisten und Jazzers Günter Heinz, der in diesem Jahr für drei Monate Stipendiat der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ist, zur Uraufführung kommen. Die Performance „Briefe aus Rauch“ wird anlässlich des Literaturfestivals „Bardinale“ aufgeführt.

Das Werk bezieht sich auf Texte des zeitgenössischen spanischen Dichters Juan Carlos Valle „Karlotti“. Es ist von höchster Konzentration, aber auch von größter Empfindsamkeit – wie die Worte des Dichters. Einzelne Worte, wie hingeworfen. Und doch erzeugen sie Bilder von großer Intensität. Die Texte werden von Vanessa Vidal (Valencia) in Originalsprache und auf Deutsch vorgetragen. Günter Heinz und Ruairí O’Brien eröffnen der Sprache mit ihrer Musik- und Lichtkompositionen einen erweiterten Erfahrungsraum, der alle Sinne anspricht.

Günter Heinz entdeckte den Dichter, dessen Texte erstmalig in Deutschland gelesen werden, durch eine Zeitungsnotiz, die ihn (den Musiker) mit Karlotti (dem Dichter) verglich.
Dort schrieb Ildefonzo Rodrigez: „… ich sah etwas, was ich zuvor noch nie gesehen hatte. Günter Heinz, dieser Musiker, der uns immer an Karlotti erinnert hat, gab seiner Posaune während des Konzerts einen Schluck Wein. Feinfühlig (alles an Günter ist feinfühlig, sein Sprudeln, Gurgeln, Glucksen, seine Klangblasen) erhob er ein mit rotem Wein gefülltes Glas und gab seiner Posaune zu trinken. Wie in der uralten Geschichte desjenigen, der Wein und Essen mit seinen Tieren teilt...“


Aufführungstermine:
29. August 2010 Freiberg/Sa. Dorfkirche Kleinwaltersdorf, Beginn: 20 Uhr
31. August 2010 Dresden, Jazzclub Neue Tonne, Beginn 20 Uhr
„Briefe aus Rauch“ von Günter Heinz
Vanessa Vidal (Sprecherin), Günter Heinz (Musik), Ruairi O’Brian (light art)